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Muntinadas

Der berühmte „Schellenursli“ war ein Trinser…

Wenn das Vieh im Spätsommer von der Alp kommt, wird es zunächst auf die Maiensässe getrieben. Bevor die Tiere aber ins Dorf heimkehren können, ziehen die Kinder und Jugendlichen jeweils am 9. Oktober mit grossen und kleinen Kuhglocken laut läutend durch die drei Dorffraktionen. Dieser alte Trinser Brauch wird «Muntinadas» genannt.

Der Ursprung dieses Brauches liegt im früheren Geisterglauben. Das laute Glockengeläute sollte die bösen Geister aus den Wiesen, Ställen, Brunnen, Häusern und Strassen von Trin vertreiben. Die Umrundung der Dorfbrunnen sollte ausserdem die Wassergeister beschwören, dass die Quellen nicht versiegen. Nachdem die Geister vertrieben waren, konnte man das Vieh von den Alpen und Maiensässen wieder hinunter nach Trin holen. Man hoffte, dass damit das Vieh den Winter gesund und ohne Schaden überstehen werde.

Ursprünglich versammelten sich die heimkehrenden Hirtenbuben auf der Waldweide Fastatg. Dort sammelten sie Holz und zündeten ein Feuer an, an dem sie sich bis zum Einnachten wärmen konnten. Bei einbrechender Dunkelheit zogen sie dann unter grossem Glockengebimmel ins Dorf hinunter.

Heute versammeln sich die Kinder gegen Abend, mit einer Kuhglocke ausgerüstet, auf Sursch, oberhalb des Dorfes. Beim Eindunkeln zieht die Kinderschar unter lautem Gebimmel ins Dorf, wobei die ältesten Knaben das Kommando übernehmen. Die Route verläuft von Visura nach Visut, dann nach Digg und zuletzt nach Trin-Mulin. Bei den Dorfbrunnen wird Halt gemacht um den Brunnen bei lautem Schellen dreimal zu umwandern. Von den Zuschauern erhalten die Kinder kleine Geldspenden um anschliessend in einem Restaurant gemeinsam etwas zu trinken.

Tipp des Monats

Geniessen Sie bis am 24.5. den Bergfrühling und nutzen Sie z.B. den Conn Shuttle-Bus, der zwischen Flims Waldhaus, Caumasee, Conn, Trin Mulin, Porclis, Trin Digg und Trin Station verkehrt. 

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