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Die Burg Crap Sogn Barcazi

(oder Parcazi) auf dem hohen Felskopf über Porclis ist das deutsche «Hohentrins», also nicht Canaschal, wie manchmal zu lesen ist.

Sogn Barcazi ist eine sehr alte Anlage aus dem späten 8. Jahrhundert. Hier stand die dem heiligen Pankratius geweihte Kirche, möglicherweise die ursprüngliche Pfarrkirche für Tamins und Trin. Alte Dokumente weisen auf zwei mögliche Erbauer der Burg von Hohentrins hin. So kommen sowohl der Vater des Carl des Grossen wie auch Pipin von Heristal als Erbauer dieses Schlosses auf dem Crap Sogn Barcazi in Frage. Dabei handelte es sich jedoch nicht um eine feudale Privatburg, sondern um eine stark befestigte, alte Kirchenburg. Die langsame Umwandlung des Kirchenkastells zur Feudalburg und später zum Sitz der Herrschaft Hohentrins bzw. dem Zentrum der Herrschaft von Trin geht ins hohe Mittelalter zurück. Die ersten Wohngebäude werden somit auf das 11. Jahrhundert zurückdatiert. Heute wird die Ruine durch die Stiftung Fundaziun Crap Sogn Barcazi restauriert und erhalten.

 
Darstellung der Burg aus der Vogelperspektive von E. Probst.
In: Anton von Castelmur - Die Burgen und Schlösser Graubündens, 
2 Teil: Bündner Oberland und Seitentäler. Basel 1944. S. 13.



Die Bedeutung dieser Burg auf dem Crap Sogn Parcazi ist heute noch unklar und es gibt verschiedene Ansichten. Weil der Zugang zur Burg sehr eng, gefährlich und beschwerlich ist (und deshalb nur trittsicheren Besuchern zu empfehlen ist), glaubt man heute, dass die Burg als Zufluchtsort gebraucht wurde.

Während des römischen Reiches herrschte im Süden ein hoher Lebensstandard, Kultur und viel Luxus. Dies hat bewirkt, dass immer wieder einzelne Gruppen aus Gallien oder Alemannien diesem Ruf des Reichtums folgend nach Süden wanderten. Diese Gruppen waren meistens hungrig und somit eine Bedrohung für die ansässige Bevölkerung. Für diese gab es nur eine Möglichkeit: Auf die Burg Crap Sogn Parcazi zu fliehen und dort abzuwarten bis die Raubritter und das Gesindel weitergezogen war. Auf Crap Sogn Parcazi waren Vorräte vorhanden, das Wasser wurde in Zisternen gesammelt. Ebenfalls war eine Kirche vorhanden, welche zusammen mit dem Glauben geistigen Trost spendete.

Später befand sich der Sitz der Herren von Hohentrins auf dem Crap Sogn Parcazi. Hohentrins war seit dem 9. Jahrhundert eine Immunitätsherrschaft des Klosters Reichenau. Danach, im Jahre 1314  ging der Besitz an die Freiherren von Frauenberg bei Ruschein über. Durch Kauf und Erbschaft gehörte Hohentrins später dem Grafen von Werdenberg-Heiligenberg. Im Jahre 1428 stirbt Hugo von Werdenberg-Heiligenberg ohne männliche Nachkommen, so dass die Herrschaft Hohentrins an Peter von Hewen aus Südbaden überging. Die Herren von Hewen hatten die Herrschaft von Hohentrins bis ins 16. Jahrhundert inne.  Die letztgenannten Besitzer setzten den Vogt Otto Capol als Verwalter und Herrscher auf Hohentrins ein. Am 2. Juli 1470 ging dieser mit seiner Frau zu den Herren von Reichenau an ein Festgelage. In derselben Nacht brannte die Burg samt den drei Kindern des Vogtes und der Magd ab. Man vermutet, dass dieses Feuer von den Pfandinhabern absichtlich gelegt wurde, um diese Dokumente zu zerstören. Daraufhin zog der Vogt Capol ins Schloss Reichenau um und Trin war seither ohne Vogt. Die Burg Hohentrins wurde seitdem nicht mehr aufgebaut. Weil die Anlage auf Canaschal als Vorwerk zu Crap Sogn Barcazi zu betrachten ist, dürfte sie um die gleiche Zeit aufgegeben worden sein.

Tipp des Monats

Die Loipen in Trin sind geöffnet (aktuell 17 km) und in gutem Zustand. Die Servicestation ist täglich von 10h bis 15h30 und die Nachtloipe jeweils am Di./Mi./Do. von 18h bis 21h30. Viel Spass.

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