Was für ein gelungener Tag! Rund 100 Besucherinnen und Besucher haben an unseren exklusiven Führungen durch die Trinkwasserquellfassung und das Wasserschloss Turnigla in Trin Mulin teilgenommen. Die Rundgänge wurden in überschaubaren Kleingruppen mit 12 Personen stündlich zwischen 09.00 bis 15.00 Uhr durchgeführt. Unsere kompetenten Führer, Daniel Häfelfinger von Flims Electric und Gian Spreiter, Leiter Werkbetriebe der Gemeinde Trin, zeigten uns hautnah, woher unser hervorragendes Trinkwasser kommt und wie direkt daneben sauberer Strom für das Dorf produziert wird. Die Turnigla entspringt am mächtigen Ringelspitzmassiv, bahnt sich einen Weg zur Alp Bargis und rauscht dann durch die wilde Val Turnigla Schlucht hinunter nach Trin Mulin.
In der Val Turnigla-Schlucht oberhalb von Trin Mulin wird das Wasser des Turniglabaches gefasst und durch Rechen, Stollen und tiefe Ausbauten in das Wasserschloss geführt. So wird das Wasser gefasst und durch den Kiesfang, Rechen und Entsander in das Wasserschloss geführt. Über die Druckleitung wird das Wasser über 140 Höhenmeter Gefälle in das Kraftwerk Mulin geleitet. Das Kraftwerk Mulin wurde 1906 erbaut und 2004 mit zwei neuen Turbinen und Generatoren saniert. Zudem wurde die Technik automatisiert.
Die beiden Trinkwasserquellen im Schluchtbereich liefern reinstes Trinkwasser. Die grössere Quelle wird für Trin und Trin Digg genutzt, die kleinere versorgt Trin Mulin. Rund 3%, der auch in diesem Hitzesommer konstant laufenden Quelle, decken den gesamten Trinkwasserbedarf von Trin. Das restliche Wasser wird im Überlauf ebenfalls für die Stromproduktion genutzt.
«Ich bin absolut begeistert! Mir war vorher überhaupt nicht bewusst, dass der Bach hier direkt Strom erzeugt und die beiden Quellen gleich daneben unsere Wasserversorgung sichern,» schwärmte ein Besucher nach dem Rundgang.
Von 09.00 bis 16.00 offerierte der Verkehrsverein in der historischen Sagi Mulin Getränke, Kaffee und feine Grillspezialitäten. Bei gemütlichem Beisammensein wurde rege über das Gesehene diskutiert. Neben der Sagi bestand die Möglichkeit auch noch das Kraftwerk Mulin mit den Turbinen und Generatoren zu besichtigen.
Besonders hängen geblieben ist der tiefe Respekt vor unseren Vorfahren. Schon im 19. Jahrhundert wurde das Wasser der Turnigla gefasst und genutzt, um Mühlräder und Sägereien anzutreiben. Nach vielen Umbaujahren dürfen wir heute die Früchte ernten. Trin ist beim Trinkwasser komplett autark und kann seinen Stromverbrauch zu ca. 30% selbst decken.
Ein herzliches Dankeschön an unsere Guides, Helfer, Helferinnen und Gäste, die diesen Tag unvergesslich gemacht haben. Wir freuen uns bereits auf den nächsten gemeinsamen Anlass.
Geschrieben von Gabriella Fink, Vorstand Verkehrsverein